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Wie gestalten wir sichere Übergänge in die Selbstständigkeit, wenn familiäre und finanzielle Auffangnetze fehlen?
Mit dieser zentralen Frage beschäftigte sich die Fortbildung der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) am 16. und 17. Juni in Hannover. Unter dem Titel „Übergänge für junge Volljährige gut begleiten – auch an den Schnittstellen zu anderen Leistungssystemen“ kamen engagierte Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe zusammen, um über Übergänge zu sprechen.
Laura und Tessa waren für uns als Referentinnen eingeladen, um am ersten Fortbildungstag gemeinsam mit Britta Sievers die Problematik beim Übergang aus dem Hilfesystem zu thematisieren. Aus der Perspektive der Selbstvertretung machten sie deutlich, was die Fachdebatte für die Lebensrealität von Careleaver*innen konkret bedeutet. Sie sprachen über Hürden, die ohne familiäre oder finanzielle Rücklagen oft unüberwindbar scheinen: Sei es die zwingend notwendige Wohnungsbürgschaft für den ersten eigenen Mietvertrag, die Finanzierung des Führerscheins für den Berufseinstieg oder schlichtweg das Fehlen einer verlässlichen Vertrauensperson außerhalb des Systems.
Am zweiten Tag legte Rechtsanwalt Benjamin Raabe den Fokus auf die juristische Seite. Er beleuchtete die komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen, die Schnittstellen zu anderen Sozialgesetzbüchern und die konkreten Ansprüche, die junge Menschen im Übergang haben und die es in der Praxis entschlossen einzufordern gilt. Auch hier gilt: Rechte sollten nicht mühsam erkämpft werden müssen. Sie müssen selbstverständlich gelebt und institutionell abgesichert werden.
Herzlichen Dank an die IGfH für die Einladung, die wertschätzenden Begegnungen und die Möglichkeit, unsere Perspektiven einzubringen. Es war ein sehr spannender Austausch mit engagierten Fachkräften, die ehrliches Interesse an der Perspektive von Careleaver*innen gezeigt haben.
#careleaver #leavingcare #jugendhilfe #selbstvertretung #chancengerechtigkeit
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Wie gelingt uns eine Kinder- und Jugendhilfe, die Menschen stärkt, Zukunftsmöglichkeiten eröffnet und sichere Perspektiven schafft?
Mit dieser Frage beschäftigte sich der Fachtag zum 50-jährigen Jubiläum der Backhaus Kinder- und Jugendhilfe, zu dem wir am 4. Juni eingeladen waren.
Den Auftakt bildete ein Vortrag von Prof. Dr. Paul Mecheril, der zentrale Ergebnisse seiner Studie zu den Gelingensbedingungen professioneller pädagogischer Praxis vorstellte. Auch in den anschließenden Fachvorträgen wurde deutlich, wie wichtig stabile Beziehungen und Strukturen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind. Dr. Nicole Strüber @nicolestrueber erläuterte anschaulich, wie frühkindliche Erfahrungen das Gehirn prägen und welche Bedeutung sichere Bezugspersonen für die Verarbeitung belastender und traumatischer Erfahrungen haben. Die Botschaft war klar: Entwicklung ist möglich – wenn Menschen verlässliche Beziehungen und Unterstützung erfahren.
In der anschließenden Podiumsdiskussion sprachen @lukas_careleaver_nrw und @ira_bk gemeinsam mit Fachkräften, Wissenschaft und Praxis darüber, was Kinder und Jugendliche brauchen. Wir wünschen uns eine Soziale Arbeit, die demokratische Werte stärkt und sich klar gegen Diskriminierung, Ausgrenzung, Gewalt und soziale Ungleichheit positioniert. Gleichzeitig braucht es politische Verantwortung und ausreichende Ressourcen, damit gute Kinder- und Jugendhilfe überhaupt möglich ist. Ein zentraler Gedanke des Tages lautete: Change the system, not the child. Gelingende Kinder- und Jugendhilfe bedeutet, nicht Kinder und Jugendliche als Problem zu sehen, sondern die eigenen institutionellen Strukturen kritisch zu hinterfragen, die Selbstbestimmung und Veränderung erschweren. Rechte sollten nicht eingefordert werden müssen. Sie müssen selbstverständlich gelebt werden.
Herzlichen Dank für die Einladung, die wertschätzenden Begegnungen und die Möglichkeit, unsere Perspektiven einzubringen. Der Tag hat gezeigt, wie wichtig der gemeinsame Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Erfahrungsexpertise ist – und wie viel wir voneinander lernen können.
#sozialegerechtigkeit #selbstvertretung #sozialearbeit
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Adultismus bedeutet, dass Erwachsenen oft mehr geglaubt wird als Kindern, allein aufgrund ihres Alters. Doch was bedeutet das für ein Pflegekind, das mit vier Erwachsenen am Tisch eines Hilfeplangesprächs sitzt? Fühlt es sich gehört oder bewertet?
Geoffrey Anane und Jetmira Klar wurden vom Apfel e.V., einem Verein von und für Pflege- und Adoptiveltern in Krefeld eingeladen, beim Fachtag „Partizipation und Adultismus- Beteiligung stärken, Kinderrechte leben“ aus Perspektive der Pflegekinder/Careleaver*innen zu berichten, was es braucht, um echte Beteiligung in der Jugend- und Pflegefamilienhilfe sicherstellen zu können. Dabei kamen verschiedene Jugendämter, Bezirksleitungen, der Apfel e.V. und wir (Careleaver e.V.) zusammen – mit Impulsen aus Wissenschaft, Praxis und Selbstvertretung. Es war ein sehr spannender Tag mit vielen neuen Impulsen und Räumen zum Austausch des voneinander Lernens.
Dabei geht es nicht nur um einzelne Geschichten, sondern um Strukturen. Um das bestehende Machtgefälle innerhalb der Pflegefamilie und dem Jugendhilfesystem abzuschwächen, brauchen Pflegekinder verlässliche Vertrauenspersonen außerhalb des Systems. Pat*innen, Mentor*innen oder Begleiter*innen, die Zeit für Erinnerungsarbeit, gemeinsame Unternehmungen und vor allem zur Stärkung der eigenen Wahrnehmung, haben.
Kinderschutz bedeutet nicht nur, vor Gefährdung zu schützen. Er bedeutet auch, Beziehungen, Beteiligung und Zugehörigkeit zu ermöglichen. Deshalb sind Schutzkonzepte in Pflegefamilien und bei Trägern von großer Bedeutung. Ein Element kann der Austausch- und Begegnungsraum für Pflegekinder sein. Viele wachsen mit Erfahrungen auf, über die sie kaum mit Gleichaltrigen sprechen können, und fühlen sich damit oft allein. Räume, in denen sie andere Pflegekinder treffen, durchbrechen die Isolation und stärken ihr Selbstverständnis.
Denn um die eigene Stimme zu erheben, braucht es zunächst das Vertrauen, dass die eigene Perspektive zählt.
Wir bedanken uns recht herzlich für die Einladung und freuen uns schon auf die weitere Zusammenarbeit!
#Pflegekinder #Careleaver #Adultismus #Partizipation #Kinderschutz
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Hier findet ihr hilfreiche Infos zu unterschiedlichen Themen




